Gisela von Baum – Gemälde & Skulpturen

 

 


 

Gisela von Baum

Gisela von Baum kam am 07.11.1916 in Berlin zur Welt. Ihre Mutter, Hedwig Elisabeth Woytt, war eine enge Verwandte des Friedensnobelpreisträgers und „Urwalddoktors“ Albert Schweitzer. Angesichts der schwierigen Verhältnisse während des Ersten Weltkriegs gab die Mutter das Kind zur Adoption frei. Im September 1919 wurde Gisela von der angesehenen Wuppertaler Fabrikantenfamilie Rudolf und Elisabeth (Lilly) von Baum aufgenommen. Sie war die Zweitälteste von insgesamt vier Kindern. 1935 schloss sie die Schulausbildung mit dem Abitur ab. In der folgenden Zeit unternahm sie mehrere längere Reisen im In- und Ausland.  

1937 begann sie ihre Ausbildung als Bildhauerin an der Berliner Akademie der Künste. Ihren Abschluss machte sie 1943 an der Kunstakademie in Düsseldorf. Danach zog sie für einige Jahre an die Mosel. Ab 1948 arbeitete sie als Bühnenbildnerin am Düsseldorfer Schauspielhaus, das damals von Gustaf Gründgens als Generalintendant geleitet wurde. Während dieser Zeit war sie vielseitig künstlerisch tätig: Bildhauerei (Bronze, Gips, Holz), Malerei (Öl, Aquarelle, Zeichnungen, Tempera) sowie in geringem Umfange auch Schriftstellerei. Sie beschickte mit ihren Werken Ausstellungen im Rhein-Ruhrgebiet sowie im Bergischen Land.

1962 erwarb Gisela in Südfrankreich ein kleines Haus in Haut-de-Cagnes, einem Stadtteil von Cagnes-sur-mer. Dieser malerisch auf einer Bergkuppe gelegene Ort war damals ein beliebtes Künstlerdorf. Dort widmete sie sich vor allem der Malerei insbesondere in Öl. Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, so 1971 in Cannes mit dem Grand Prix de Peinture de la Côte d’Azur.

Bei den Ölbildern entwickelte sich der Malstil von Gisela bereits früh zu eigenständigen Kompositionen mit expressionistischem Charakter. Auffallend sind die Motivwahl und die Ausdrucksstärke der Gemälde. Vielfach werden biblische Themen aufgegriffen. Einflüsse von Paul Gauguin und von Henri Rousseau sind erkennbar. Die Werke enthalten oft traumhafte, absurde, mystische oder phantastische Merkmale. Die Kritik rühmt ihre Ölbilder als ausgewogene Mischung von naiven und surrealistischen Stilelementen. Es scheine, dass jeder Pinselstrich und jede Farbe mit Bedacht gewählt sei, um eine natürliche poetische Stimmung zu erzeugen. Dieser Aspekt gäbe den Werken eine besondere und eigenständige Anziehungskraft.  

Am 01.11.1974 starb Gisela im Alter von knapp 58 Jahren in Haut-de-Cagnes. Ihr Grab befindet sich auf dem dortigen Friedhof.
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